Motilität: Migrierender Motorischer Komplex (MMC), Peristaltik und Reizdarm

Motilität: Migrierender Motorischer Komplex (MMC), Peristaltik und Reizdarm

Was genau ist das?!

  • Motilität ist die Bewegung von Nahrungsmitteln, Bakterien und Toxinen durch wellenartige Kontraktionen der Muskeln im Magen-Darm-Trakt, bis letztlich die Nahrungsreste mit dem Stuhl aus dem Körper ausgeschieden werden. Zum Überbegriff ‚Motilität‘ gehören…
  • Die Peristaltik: Sie bewegt fortlaufend die verzehrte Nahrung. Sobald man isst, riecht, schmeckt oder über Essen nachdenkt, beginnt die Peristaltik. Der Magen füllt sich mit konzentrierter Salzäure und zerkleinert Nahrungspartikel mit mahlenden Bewegungen in winzige Stücke. Parallel setzen Gallenblase und Bauchspeicheldrüse Gallenflüssigkeit zur Fettverdauung und Verdauungsenzyme zur Nahrungaufspaltung in den Zwölffingerdarm frei. Die aus dem Magen kommenden Nahrung wird in Nährstoffe zersetzt, die aufgenommen und im Körper verteilt werden können. Die Resorption jener Nährstoffe geschieht an der Dünndarmschleimhaut. Im Dickdarm hingegen bewegen starke, wellförmige Muskelkontraktionen den Speisebrei weiter. Letztlich landet der Darminhalt im Enddarm, wo ein Entleerungsreiz ausgelöst wir.
  • Der Migrierende Motorische Komplex (MMC): Im Gegensatz dazu findet der MMC nur dann statt, wenn man längere Zeit nichts gegessen hat. Er hält vermutlich besonders gut unseren Darm frei von unerwünschten Substanzen. stärkere Reinigung, beginnt erst 4-5h nach dem Essen, d.h. nach längeren Mahlzeitenabständen oder während des Schlafens. Der MMC sorgt auch für das Magenknurren bei leerem Magen. Er entfernt Nahrungsreste und Abfälle aus dem Dünndarm, sodass die (beim gesunden Menschen wenigen) Bakterien dort nicht dauerhaft Nahrung finden und sie sich entsprechend schlecht vermehren können (3,5). Zudem wird eine Rückwanderung von Dickdarmbakterien in den Dünndarm verhindert. Dieser Überaus wichtige Vorgang wird unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme gestoppt! (1)
  • Wenn der MMC nicht einsetzen kann, können sich Nahrungsreste und Bakterien ansammeln. Man kann sich dann träge fühlen – als würde sich das Essen nicht richtig bewegen (tut es auch nicht richtig). Eine optimale Umgebung für das übermäßige Wachstum von Bakterien im Dünndarm!

Wieso ist das überhaupt für mich wichtig?

All das ist sehr wichtig zu wissen, denn eine der Hauptursachen von Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) und Reizdarm-Syndrom ist häufig eine verlangsamte Motilität des Verdauungssystems!

SIBO zeigt widerrum einen starken Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom (RDS), d.h. viele Menschen leiden teils jahrelang an Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und einer Vielzahl anderer Beschwerden, ohne das je eine Standartuntersuchung die organische Ursache finden würde. Das Schema ist etwa folgendes:

Mangelnde Motilität (bes. MMC) -> Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) -> Reizdarmsyndrom (RDS)

Keine Sorge: Selbst bei Durchfall ist der MMC nicht negativ zu sehen, da er nicht den Dickdarm betrifft!

Die Wissenschaft zeigt uns bisher noch nicht genau, wieso Betroffene Veränderungen in ihrem MMC haben. Die Vermutung lautet, dass Nahrungsmittelvergiftungen oder andere Infektionen die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und diese widerrum jetzt keine richtigen Signale für ordentliche Darmbewegungen auslösen kann. Auch entzündungsfördernde Ernährung (stark verarbeitet, reich an Zusatzstoffen, Zucker und Transfetten) sowie nicht berücksichtigte Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Nerven im Dünndarm letztlich schädigen. Stress füttert zusätzliche das Feuer.

Unabhängig davon, wieso der MMC nicht mehr funktionert: Ihn wieder so gut es geht herzustellen und zu verbessern ist entscheidend, um Dünndarmfehlbesiedlung, Reizdarm sowie verbundenen Erkrankungen wie Angst, Depression oder andere Probleme endgültig zu beseitigen!

Was kann man für die Darm-Motilität tun?!

STETS AKTUALISIERTE UND GEPRÜFTE EMPFEHLUNGEN ERHÄLST DU IM COACHING!
Unterstützen kann man den MMC, indem man…

  1. längere Esspausen (optimal sind 4-5h) einhält. Snacking sollte man sich als unbedingt abgewöhnen, wenn man Motilitätsstörungen hat, da sonst der MMC evtl. überhaupt nicht einsetzt!
  2. die nächtliche Nüchternphase mindestens 12 Stunden beträgt.
  3. man vor dem Schlafen (mind. 3-4h nach der letzten Mahlzeit) ein Prokinetikum einnimmt. Dazu gehören Ingwer (1g Pulver in heißem Wasser (6,7) ), Iberogast (30-60 Tropfen) oder Prucalopride (4) (verkauft als Resolor | 0,5mg). Welches am besten funktioniert, sollte man im Gespräch ermitteln und jeweils testen.
  4. Auch zusätzliche Kräuterbitter haben sich bei manchen Betroffenen bewährt.
  5. Bewegung ist extrem wichtig! Je mehr wir uns (moderat) bewegen, desto besser funktioniert unser Stoffwechsel. Auch die Motilität wird günstig beeinflusst, wenn wir Sport treiben, spazieren, unseren Körper nutzen. Dies ist einer der Gründe, wieso man beispielsweise versucht, bei Bettlägerigkeit oder Störungen am Bewegungsapparat durch gezielte Physiotherapie die Darmbewegung zu unterstützen (2).

Abschließend einige interessante Infos…

Während des MMC nimmt die Produktion von Magen-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekreten zu. Diese Flüssigkeiten tragen vermutlich genau wie die reine mechische Bewegung dazu bei, übermäßiges Bakterienwachstum im Dünndarm zu stoppen. Es scheint eine Verbindung zwischen MMC-Zyklen und Schlafzyklen zu geben: Sie geschehen in ähnlicher Frequenz, haben zyklische Muster und werden durch bestimmte Reize gestört (beim MMC ist es besonders Nahrung; beim Schlaf sind es primär Licht, aber auch Nahrung und Bewegung spielt hier eine).

Auch gibt es Vermutungen, dass sich diese beiden Zyklen beeinflussen: Könnten Schlafmangel oder unregelmäßige Schlafgewohnheiten also zu SIBO oder Reizdarm stehen!?

Meine Prognose lautet: ‚Absolut!‘, da im Körper praktisch alles zusammenhängt. Wir werden es hoffentlich in den nächsten Jahren herausfinden 🙂


Du willst Unterstützung und praktische Tipps, um deinen Weg zur Genesung zu verkürzen? Melde dich gerne bei mir und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch!


Was tust du für deine Darmgesundheit? Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt? Lass es uns wissen!

Schreibe einen Kommentar